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Artikel X – Alles voller Abschreibfehler?

By Chrblocom / 15. Oktober 2013

By Theolunke

Schlachter Bibel

Artikel X

Wir bekennen, daß die Inspiration streng genommen nur auf den autographischen Text der Schrift zutrifft, der aber durch die Vorsehung Gottes anhand der zur Verfügung stehenden Handschriften mit großer Genauigkeit ermittelt werden kann. Wir bekennen ferner, dass Abschriften und Übersetzungen der Schrift soweit Gottes Wort sind, als sie das Original getreu wiedergeben.

Wir verwerfen die Auffassung, dass irgendein wesentlicher Bestandteil des christlichen Glaubens von dem Fehlen von Autographen betroffen sei. Wir verwerfen ferner die Ansicht, dass ihr Fehlen die Verteidigung der biblischen Irrtumslosigkeit nichtig oder unerheblich mache.

Ihr habt sicher gemerkt, ich habe einige Artikel der Chicago-Erklärung übersprungen. Diese Erklärung aus dem Jahr 1978 ist ein zu Papier gebrachtes Statement verschiedener Christen, die darin die Irrtumslosigkeit und Unfehlbarkeit der Schrift proklamieren (vollständiger Text HIER)! Warum schreibe ich heute über den zehnten Artikel? Weil es wichtig ist – ich möchte damit einem weit verbreiteten Irrtum entgegentreten. Es ist mir wichtig, dass man nicht immer über die selben Punkte streitet, darum hier einmal in aller Klarheit:

Die Bibel entstand in einem Zeitraum von 1500 Jahren und wurde vor 2000 Jahren abgeschlossen. Heutzutage verfügen wir über KEINE EINZIGEN Originaltexte der damaligen Zeit – wir müssen uns also darauf verlassen, dass die Texte akkurat und wortgetreu wiedergegeben wurden. Denn der Überzeugung der Autoren der Erklärung gemäß gilt die Irrtumslosigkeit und Unfehlbarkeit, die “göttliche Inspiration” der Schrift nur für diese Originalschriften, die “Autographen”! Heißt das nun, wir können uns aufgrund der Übertragungen und Übersetzungen NICHT sicher sein, dass die Bibel wahrhaft “Gottes Wort” ist?

Ich behaupte, DOCH, wir können uns sicher sein! Kein Text in der Geschichte wurde so sorgfältig übertragen wie die Bibel. Ein Beispiel? Die “Masoreten”, eine Schule von Schriftgelehrten, schrieben die Texte ab. Dabei wurden nach dem Abschreiben die Buchstaben gezählt – gleichzeitig wusste man, welcher Buchstabe in der Mitte jedes Buches und der ganzen Bibel stehen musste. Falls hier eine Abweichung gefunden wurde, musste die Abschrift vernichtet werden. Die moderne “Textkritik” geht davon aus (siehe auch Prof.Dr. Aland u.a.) dass der Text der Bibel mit ziemlicher Sicherheit weitestgehend der Text war, der vor tausenden von Jahren niedergeschrieben wurde. Er schrieb: “Die Wahrscheinlichkeit, eine Handschrift zu finden, die den erhaltenen Text ernsthaft in Frage stellen würde, ist gleich Null!”

Zu behaupten, die Bibel wäre voller “Abschreibefehler” und durch die Überlieferung verfälscht und voller Irrtümer ist schlichtweg unwissenschaftlich und lt. aktuellem Stand der Forschung falsch!

Ein bisschen anders verhält es sich natürlich mit den Übersetzungen. Wenn ich einen Text in eine andere Sprache übersetze, dann KANN ich diesen gar nicht 100% wiedergeben. Das ist vollkommen unmöglich (deswegen wird kein Moslem eine “Übersetzung” des Korans aus dem Arabischen anerkennen)! Die Chicago Erklärung stellt hier einfach nur fest, dass “original getreue” Übersetzungen auch als Gottes Wort genommen werden! Diese Formulierung lässt natürlich einen gewissen Spielraum zu – ich empfehle immer, wenn jemand genauer wissen will, was in einem Bibeltext steht, dann kann er dazu folgende Schritte durchführen:
1. Eine gute, wortgetreue Übersetzung zur Hand nehmen (Elberfelder, Luther, Schlachter, …)
2. Verschiedene Übersetzungen miteinander vergleichen
3. Darüber beten und Gott einfach auch FRAGEN was er damit meint
4. Zu jemandem gehen, der griechisch bzw. hebräisch kann und den Urtext mit ihm ansehen (oder selbst diese Sprachen lernen) :)

Soviel mal von meiner Seite zu diesem Thema :) Ich finde es ja in Diskussionen immer wieder interessant, wenn Menschen sagen: “Ja, die Bibel ist ja durch Abschreibefehler und Übersetzungen VOLLER IRRTÜMER und WIDERSPRÜCHEN – wie kannst du da nur an der Irrtumslosigkeit festhalten?” Falls man dann aber nachfragt: “Welche belegten Irrtümer und Widersprüche meinst du genau?” – dann ist meistens Schweigen angesagt. Natürlich gibt es “Problemstellen” – aber mir ist noch keine Stelle begegnet, wo es nicht vernünftige und logische Lösungen geben würde :)

Hier zum Blog des Autors

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