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Auf der Suche nach Sinn

By Chrblocom / 23. Oktober 2013

Alle suchen nach Sinn. Sinn in der Arbeit. Sinn in der Liebe, Sinn im Leben. Doch ich stelle die Frage, was ist eigentlich Sinn? Ich meine, dass etwas Sinn macht, die Formulierung hört man häufig, nur die Frage ist, was meinen die Leute damit?

Angenommen also, ich grübele über einer Matheaufgabe, dann macht die Aufgabe in dem Moment Sinn, wo ich die Lösung sehe. Die sehe ich aber nur dann, wenn es mir gelingt, die einzelnen Zahlen sinnvoll aufeinander zu beziehen. Indem ich also zwischen den Zahlen Beziehungsverhältnisse herstelle, kreiere ich gleichzeitig Sinn, was mich zu der generellen Antwort verleitet, dass Sinn nichts anderes ist als das Vorhandensein von Beziehung.

D.h. ich bin mit meinen fünf Sinnen ausgestattet (daher überhaupt das Wort Sinn), mit denen ich meine Umwelt wahrnehme. Sinn sehe ich aber nur dann, wenn ich das, was passiert, in einen sinnvollen Zusammenhang bringe. D.h. der über die Hecke springende Postbote macht für sich genommen keinen Sinn, auch nicht der bellende Hund, aber wenn ich beides zusammenbringe, dann ergibt die Situation in dem Sinne Sinn, als dass ich weiß, warum der Hund bellt und der Postbote über die Hecke springt. Indem ich es aber bin, der die Zusammenhänge ordnet, setze ich mich selbst in Beziehung, weswegen man auch sagen könnte, dass Sinn immer dort entsteht, wo ich eine Beziehung zu meiner Umwelt eingehe.

Das Eigentümliche ist nun aber, dass immer dann, wenn ich eine Beziehung zu meiner Umwelt eingehe, gleichzeitig auch Energie freigesetzt wird. Sitze ich also über der Matheaufgabe und finde die Lösung, dann durchströmen Glücksgefühle meinen Körper und ich reiße möglicherweise leicht überschwänglich die Hände in die Luft. Oder angenommen, mal weg von Mathe, ich bin glücklich verliebt, dann fühle ich mich, als könne ich Bäume ausreißen. Und selbst, wenn ich aufgrund einer unglücklichen Beziehung völlig lethargisch bin, fließt Energie, nur halt, dass diese sich gegen mich wendet und mich lähmt.

Und hier sind wir an einem wichtigen Punkt, denn es scheint so, als ob der Sinngehalt davon abhängt, ob die Beziehungen, die ich eingehe, positiv oder negativ sind. D.h. bin ich glücklich verliebt, fließt positive Energie und alles kommt mit bedeutend und sinnvoll vor. Stecke ich dagegen in einer unglücklichen Beziehung, fließt negative Energie und alles kommt mir sinnlos vor. In diesem Sinne müsste man die oben genannte Definition dahingehend einschränken, dass Sinn nichts anderes ist als das Vorhandensein positiver Beziehungen.

In einer vollkommen positiven Beziehung ist es nun aber so, dass Energie eigentlich nicht zum Stoppen kommt, sondern zwischen den Beziehungspartnern hin und her fließt und sich auf diese Weise potenziert. D.h. empfange ich positive Energie, reinvestiere ich die Energie für gewöhnlich in die gleiche Sache. In Bezug auf die Matheaufgabe kann das bedeuten, dass mich eine Teillösung anspornt, auch die Gesamtlösung zu finden. Oder in Bezug auf eine menschliche (auch platonische) Beziehung, dass ich die positive Energie dafür nutze, um die Beziehung zu entwickeln und zu gestalten, so dass sie immer mehr an Gestalt gewinnt – oder man könnte auch sagen, immer sinnvoller wird.

Sinn ist demnach kein letztes Ziel, sondern ein dynamischer Prozess, also eine Art Wechselspiel aus Energie und kreativer Schöpferkraft, innerhalb dessen eine Beziehung kontinuierlich an Tiefe, Intensität und Originalität zulegt. Wenn es aber demnach das Wesen von Beziehung, und damit von Leben und Lebenssinn ist, sich kontinuierlich zu entfalten, dann ist es wenigstens verwunderlich, dass es so etwas wie den Tod gibt, der dem Ganzen ein jähes Ende bereitet. So gesehen ist der Tod im wahrsten Sinne des Wortes sinnlos, weswegen Zweifel an seiner Daseinsberechtigung durchaus erlaubt sind.

Wenn aber der Tod Zerstörung von Leben bedeutet, und der Mensch dem Tod verfallen ist, dann wütet diese zerstörerische Energie auch in ihm. Zerstörerische Energie, das ist aber letztendlich nichts anderes als die genannte negative Energie, die innerhalb von negativen Beziehungen fließt. So gesehen hat der Tod mindestens zwei Bedeutungen; es gibt den organischen Tod und daneben gibt es eine Art existentiellen Tod, der Beziehungen und damit Lebensqualität und Lebenssinn zerstört. An dieser Stelle macht der organische Tod nun aber auf einmal doch Sinn, denn wäre das Leben endlos, dann würden sich auch die negativen Beziehungen ins Unendliche potenzieren und somit das Leben unerträglich machen.

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