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Das Leid und die Frage nach Gott

By Chrblocom / 25. September 2013

Immer wieder beobachte ich, auch an mir selbst, dass der Mensch dazu neigt, die Frage nach Gott von der eigenen Tagesform abhängig zu machen. Geht es mir also gut, ist Gott eine Selbstverständlichkeit – und zwar so selbstverständlich, dass man schnell aufhört, überhaupt nach ihm zu fragen. Geht es mir dagegen schlecht, kommen Zweifel auf und man beginnt ihn zu hinterfragen, wie er das zulassen kann.

Sollte es für dieses Denkmuster noch keinen Namen geben, dann nenne ich es hiermit „das egozentristische Missverständnis“. Das Problem ist nämlich, dass man nicht alleine auf der Welt ist. Wäre man alleine auf der Welt, würde die Logik höchstwahrscheinlich aufgehen. Aber da man nur einer von 8 Milliarden ist, gibt es immer Menschen, denen es noch viel besser geht und andere, denen es noch viel schlechter geht. Und weil dem so ist, ist es natürlich Quatsch, die Gottesfrage an das persönliche Schicksal zu koppeln. Stattdessen müsste man im Hinblick auf Leid ehrlicherweise wie folgt fragen:

Wenn ich der bedauernswerteste Mensch auf der ganzen Welt wäre – wenn ich Hunger und Durst leiden müsste, alle meine Freunde und Verwandten durch Erdbeben und Krieg verloren hätte, von anderen Menschen missbraucht würde, dazu ein unheilbare Krankheit hätte, mir die Arme und Beine amputiert worden wären und ich mein Lebensunterhalt mit Betteln verdienen müsste – könnte ich dann immer noch an Gott glauben? Und wenn ja, was würde das an meinem Gottesbild und meiner Vorstellung vom Leben ändern?

Ohne an dieser Stelle näher darauf einzugehen, warum es überhaupt Leid auf der Welt gibt, fallen mir dazu spontan drei Dinge ein.

1. Wenn Gott die Quelle des Lebens ist, aus der alles Gute fließt, dann sollte man sich auf einer Welt, die sich von Gott losgesagt hat, eigentlich nicht darüber wundern, dass schlimme Dinge passieren, sondern vielmehr darüber, dass überhaupt irgendetwas Gutes passiert. Würde Gott nicht dennoch eingreifen, dann wäre der oben beschriebene Zustand wahrscheinlich der Normalzustand.

2. Die Situation, alles im Leben verloren zu haben, erinnert mich an das Gleichnis mit der Perle, wo ein Mensch freiwillig alles, was er hat, gegen eine kostbare und scheinbar extrem schöne Perle eintauscht. Dabei wird er sehr wohl gewusst haben, dass man mit einer Perle nichts weiter anstellen kann, außer sie anzugucken. Aber genau das hat ihn scheinbar so glücklich gemacht, dass er dafür bereit war, auf alles andere zu verzichten.
Wenn wahres Glück von innen kommt und nicht von außen, dann ist in Bezug auf Leid vielleicht gar nicht so sehr die Frage, warum man vom Leben überwältigt wird, sondern vielmehr, warum man nicht von Gott so überwältigt ist, dass das Leben einem kaum noch etwas anhaben kann.

3. Wenn James Bond Recht hat und die Welt tatsächlich nicht genug ist, dann verliert in Relation zur Ewigkeit alles, was auf dieser Welt passiert, an Bedeutung. Oder besser gesagt, die Bedeutung wandelt sich: Das Leben hat keinen Selbstzweck mehr, sondern ist Vorbereitung auf die Ewigkeit. Wenn in dem Sinne Paulus sagt, dass uns ausnahmslos alles zum Guten dient, dann meint er damit sicherlich nicht, dass uns alles glücklich machen soll, sondern, dass alles, was uns widerfährt, das Zeug hat, uns auf die Ewigkeit vorzubereiten, sofern wir nur die richtigen Schlüsse daraus ziehen.

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