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Der gekreuzigte Gott

By Chrblocom / 31. Dezember 2013

In meinem letzten Beitrag habe ich erwähnt, dass das Hauptmerkmal des Bösen ein Mangel an Empathie (Einfühlungsvermögen) ist. Ich ergänze, dass dies auch auf Gefühle wie Hass und Zorn zutrifft, die ja eigentlich nichts anderes sind als eine Ausdrucksweise des Bösen. D.h. hasse ich eine andere Person oder bin ich zornig auf sie, dann bin ich in diesem Moment deswegen zur Empathie unfähig, weil ich mich ihrer Gefühle vollständig verschließe und einzig meine eigenen hasserfüllten Gefühle auf sie projiziere.

Wenn das stimmt, und sich sowohl das Böse als auch Hass und Zorn als Ausdrucksweisen des Bösen durch einen Mangel an Empathie auszeichnen, dann muss umgekehrt das wesentliche Merkmal des Guten und der Liebe als Ausdrucksweise des Guten ein tiefes und überfließendes Mitgefühl sein. D.h. liebe ich eine andere Person, dann öffne ich mich ihrer Gefühle und mache diese zu meinen eigenen.

Wenn Gott nun das Gute und die Liebe in Person ist und wir das Objekt seiner Liebe sind, dann kann es gar nicht anders sein, als dass er mit uns mitfühlt, wie es sonst kein Mensch zu tun vermag. D.h. freuen wir uns, freut er sich noch viel mehr. Leiden wir hingegen, geht sein Mitleid noch viel tiefer. Und nicht nur das, denn ebenso wie es der sehnlichste Wunsch eines Vaters ist, mit seinem leidenden Kind nur irgendwie tauschen zu können, so muss es auch der innigste Wunsch eines liebenden Gottes sein, das Leid seiner Menschenkinder nicht nur mitzutragen, sondern selbst auf sich zu nehmen.

Das klingt nun in der Theorie alles schön und gut, aber woher kann man eigentlich wissen, dass das stimmt und Gott wirklich so ist? Leute sagen, das Kreuz ist der letztgültige Beweis dafür, dass ein Gott, der so etwas zulässt, ein schrecklicher Gott ist. Ich aber sage, dass Kreuz ist der letztgültige Beweis für Gottes Liebe. Denn wenn uns Gott wirklich liebt und Liebe immer mit dem Geliebten mitleidet, dann muss Gott an dem Ort leibhaftig präsent sein, wo das Leid am größten ist. Wenn nun eine Kreuzigung das Schlimmste ist, was Menschen anderen Menschen antun können, dann ist das Kreuz genau der Platz, den ein liebender Gott einnehmen muss, um dort, in den tiefsten Tiefen des Lebens und des Todes für den Menschen einzustehen und sein Leid zu (er)tragen.

Dabei, und das macht die Sache noch viel trauriger, leidet Gott aber nicht nur das Leid des Leidenden, sondern er leidet ebenso das mindestens genauso schlimme Leid des Mitleidenden. Denn es ist Gott, der Sohn, der am Kreuz leidet, und es ist Gott, der Vater, der das Leid seines geliebten Sohnes irgendwie ertragen und durchstehen muss.

Indem Gott aber nun das Leid des Menschen auf sich nimmt, leidet er nicht nur in Solidarität mit den Opfern, die fortan in Gott einen Bruder an ihrer Seite haben, der sie in ihrem Leid versteht, weil er es selbst durchlebt hat, sondern er leidet auch mit den Tätern. D.h. obwohl Jesus am Kreuz eigentlich genug mit sich selbst zu tun hat, schwelgt er nicht in Selbstmitleid, sondern sein Mitleid gilt den Mitgekreuzigten („Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein!“) und sogar denjenigen, die ihn ans Kreuz geschlagen haben. „Vater vergib ihnen, was sie tun“, betet er und setzt damit zu einem vernichtenden Schlag gegen das Böse an, denn wo Feuer ist, muss Eis schmelzen, und wo Liebe ist, muss das Böse weichen.

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