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Die beiden Tonkrüge

By noreply@blogger.com (Pfr. Frank Vornheder) Es waren einmal grosse zwei Ton-Krüge. Wunderschön von des Töpfers Hand auf seiner grossen Drehscheibe gemacht. Äusserlich eine schöne Form, mit einer aufwendigen Glasur in vielen Farben und zwei grossen Griffen an den Seiten. So standen sie da vor des Töpfers Werkstatt, draussen an der Strasse zusammen mit vielen anderen Tonwaren zum Verkauf an die Passanten die vorbei kamen. Doch aus welchem Grunde auch immer, niemand wollte sie kaufen. So standen sie dort recht lange unter dem weissen grossen Leinentuch vor der Eingangstüre vor der Werkstatt des Töpfers. Als eines Tages, eine Gruppe kleiner Kinder auf der Strasse mit dem Ball spielten, sagte sich der eine Krug: „Ich will doch einmal sehen was da so passiert“. Er war neugrierig und gespannt wie das so mit dem Ballspielen ist. Dem anderen Krug war dies wilde Treiben der Kinder nicht geheuer. Er bekam Angst und rutschte immer näher an die Hauswand, hinter die andern Tonwaren. Er sagte sich: „Nur nicht das der Ball mich trifft und ich Schaden nehme. Sonst könnte es passieren, dass der Topfer mich verwirft und mich auf den Abfall wirft“. Der andere Krug aber drängte sich immer weiter nach vorne – wollte sehen was da passierte. Und am liebsten hätte er dieses lustige Spiel mit den Kindern mitgespielt. Er freute sich wenn der Ball hüpfte und flog, und wenn die Kinder dabei jauchzen und jubelten. Nur…. ja nur als der kleine Tim den Ball dann einmal so richtig Volley nahm und das Goal schiessen wollte – war der Krug doch wohl zu nah dran. Mit einem lauten Geschepper und Geklirre zersprang er in viele Scherben. Er hatte so richtig einen mitbekommen – Volltreffer. Nun lagen sie da auf der Strasse die Scherben des allzu neugierigem Krug. !!! Hier weiterlesen und auf weitere Informationen klicken !!!Die Kinder stoben mit lautem Geschrei auseinander und verliefen sich in die verschiedenen Nebengassen. Der Töpfer hatte das Geschepper vom Zerspringen des Kruges und das Geschrei der Kinder in seiner Werkstatt gehört und kam auf die Strasse gelaufen. Da sah er die Beschehrung. Diese vielen Einzelteile und Scherben des Kruges auf der Strasse liegen. Der vorsichtige Krug aber stand ganz hinten an der Wand. Er sagte bei sich: „So ein Depp, er war viel zu nah dran. Er war einfach zu nah an die Gefahr herangegangen, so was dummes. Selber schuld.“ Insgeheim hoffte er natürlich, dass der Töpfer nun zu ihm kommt und ihn für seine Schlauheit lobte, sich ganz nach hinten an die Wand zu stellen. Er hoffte so etwas zu hören wie: „Toll gemacht du kluger und weiser Krug, du hast dich aus der Gefahrensituation herausgehalten. So war es recht.“ Nein, nichts dergleichen passierte. Der Töpfer aber kniete dann auf der Strasse nieder und sammelte ganz vorsichtig die vielen kleinen und grossen Scherben des zerbrochenen Kruges wieder ein. Ganz vorsichtig nahm sie in seine Hände, damit ja nicht noch mehr passierte, und trug diese Teile zurück in seine Werkstatt. Der andere Krug aber stand da in der letzten Reihe und musste sich ansehen wie der zersprungene Krug nun die volle Aufmerksamkeit der Töpfers bekam. Seine Gefühle gingen Achterbahn. Er wurde unwillig über den Töpfer. Darüber, wie viel Zeit und Aufwand dieser betrieb, um die Scherben des dummen Kruges wieder einzusammeln. Je mehr er darüber nachdachte um so mehr Bitterkeit kam bei ihm auf. Und so wurde er im Herzen bitter und hart. Der Töpfer aber ging in seine Werkstatt und widmete sehr viel Zeit und Geduld dem zerbrochenen Krug. Tagelang kam er nicht mehr an die Sonne sondern sass da und versuchte Scherbe für Scherbe wieder an den richtigen Platz zu bringen. Der andere Krug aber stand immer noch vor der Tür des Töpfers – aber nun alleine. Er bekam diese Aufmerksamkeit des Töpfers nicht und machte sich seine Gedanken. Er ärgerte sich insgeheim, über den anderen Krug, über den Töpfer, über die Sonne die auf ihn niederbrannte, über die Kinder die alles verursacht hatten. Ja, die Kinder hatten schuld. Sie waren es ja schliesslich die alles verursacht hatten. Man sollte sich von solchem wilden Geschehen halt so weit wie möglich fern halten. Oder… sollte man sich nicht doch so ganz auf die Strasse stellen – um einmal zerbrochen zu werden und solche Aufmerksamkeit des Töpfers zu bekommen ? Als er so in Gedanken da stand kam der Töpfer wieder vor die Tür und hatte ein recht seltsames Gebilde in der Hand. Aber das konnte doch nicht sein. Dieses Ding da sollte der andere Krug sein? Der sah ja komisch aus. Man konnte ja fast jede geflickte Stelle noch sehen. Überall notdürftig überdeckte Risse, eine teilweise zersprungene Glasur. Dicht war der mit Sicherheit nicht mehr. Nun war der Schmerz bei dem heilen Krug schon gar nicht mehr so gross. Dieser hässliche, notdürftig geflickt Krug konnte nun für ihn keine Konkurrenz bei der Wertschätzung des Töpfers mehr sein. Ohne diese vielen Risse und fehlenden Glasurstückchen fühlte er sich überlegen und auch ein wenig stolz, war er doch offensichtlich der kluge Krug gewesen. Daneben der beschädigte Krug. Dieser schämte sich abgrundtief für seine Dummheit und er hielt seinen Blick immer auf die Strasse und den Staub vor sich nach unten gerichtet. Sein Herz war schwer, weil er sah wie viel Arbeit und Kummer er dem Töpfer gemacht hatte. Und verkauft werden konnte er mit Sicherheit auch nicht mehr. Der Schaden für den Töpfer war mit Sicherheit sehr gross. Als dann das Frühjahr zuende ging und die Sonne immer stärker und heisser am Himmel schien, kam eine grosse Trockenheit über das Land. Es wollte einfach nicht mehr regnen. Der kleine Gemüsegarten hinter dem Haus des Töpfers drohte zu vertrocknen. Sollte denn die gesamte Ernte hinüber sein? Der Töpfer sann Tag und Nacht über eine Lösung nach, wie er seinen Garten am Besten bewässen könnte damit die Ernte nicht einging. Grundwasser war ja genügend da, aber es kam halt nichts mehr von oben …… von oben ….. von oben. Das war doch die Lösung. Er spann ein grosses Seil im zweiten Stock zwischen seinem und dem Nachbargebäude, direkt über dem Gemüsegarten. Dann nahm er den grossen, geflickten Krug und hängte ihn hoch oben über seinem Gemüsegarten auf. Jeden Abend nun ging er in seinen Garten füllte von zweiten Stock aus mit einem langen Schlauch den Krug bis oben mit Wasser. Und über die ganz Nacht hinweg benetzte der Krug durch seine vielen tausend kleinen Löcher den Gemüseacker des Töpfers mit dem lebensspendenden Wasser. Dieser freute sich riesig darüber wie viel Aufmerksamkeit des Töpfers er weiterhin bekam. Zudem war dieses Wasser so köstlich. Nicht nur das er dem Töpfer damit seine Dankbarkeit erweisen konnte und sich für ihn nützlich machen konnte, nein auch ihm selber tat dieses kühle Wasser am Abend so gut. Der wunderschöne, heile Krug aber stand immer noch draussen vor der Tür an der Strasse in der grossen Hitze. Auch er hätte gerne ein wenig von diesem kühlen Wasser gehabt. Aber offensichtlich sah der Töpfer keinen Veranlassung einen Krug an der Strasse stehend mit Wasser zu befüllen. Bis, ja bis zu dem Tage, an dem ein Wanderer durch die Strasse kam. Ein Mann, der schon von weit her kam. Er war bereits den ganzen Tag gelaufen, und fühlte sich kurz vor dem verdursten, Dieser schleppte sich mit letzter Kraft in die kleine Stadt hoffend ein wenig Wasser zu bekommen. Bei der Werkstatt des Töpfers angekommen fragte er nach, ob es nicht möglich sein ein wenig Wasser zur Erfrischung zu bekommen. Und so füllte der Töpfer den zweiten grossen Krug mit Wasser. Der Wanderer war unendlich dankbar. Aber auch der Krug erfreute sich an dem köstelichen Nass. Oh, wie erfrischend das doch war und nützlich machen konnte er sich auch noch. Nachdem der Wanderer wieder weg war, wies der Töpfer den Krug an, immer schön brav an der Strasse zu stehen, damit er seine Funktion „die Wanderer zu erfrischen“ erfüllen konnte. Und so füllte er auch diesen Krug nun regelmässig mit frischem Wasser. Doch nach dem Auffüllen am Morgen entwich der Krug
oftmals wieder in die letzte Reihe, direkt an der Hauswand wo die Gefahren so gering wie möglich waren. Er hatte einfach zu viel Angst sich so weit vorne an die Strasse zustellen. Er hatte ja gesehen was bei dem anderen Krug passiert war. Immer wieder musste ihn der Töpfer früh am Morgen vorne an die Strasse stellen und ihn daran erinnern vorne stehen zu bleiben. Als der heisse Sommer zuende ging standen sie wieder nebeneinander vorne an der Strasse unter dem weissen Segeltuch, vor der Werkstatt des Töpfers. Seine beiden sehr nützlichen grossen Tonkrüge. Einer wunderschön mit erhobenen Blick weil er nun neben seiner Schönheit auch seine Bedeutung und Nützlichkeit erfahren hatte. Aber besonders wichtig war, dass er nun die Aufmerksamkeit des Töpfers bekommen hatte. Daneben stand der andere, geflickte Krug, mit seinen vielen Rissen und Sprüngen. Den vielen abgeblätterten Stellen in der Glasur. Eigentlich schon ein wenig hässlich. Dennoch schaute dieser nicht mehr so schrecklich scharmvoll vor sich in den Staub, weil auch er seine Bedeutung und seinen Wert für den Töpfer erfahren hatte. Als sie da so neben einander standen fing der schöne, heile Krug an, dem Zersprungenen klarzumachen, wie wichtig es sein dicht zu sein um seine Bedeutung und Nützlichkeit für den Töpfer zu finden. Ja auch um die Aufmerksamkeit des Töpfers zu bekommen. Er ging sogar so weit zu behaupten, dass NUR so der eigene Wert und Bedeutung zu finden sei. Als der Geflickte diese reden so hörte, fing er an sich zu bemühen dichter zu werden. Was natürlich nicht gelingen konnte, kann doch niemals ein Krug sich selber flicken. Je länger nun der heile Krug redete um so schlechter fühlte sich der zersprungene Krug und begann sich wirklich anzustrengen besser zu werden. Als dies nach vielen Tagen einfach nicht gelingen wollte schöner und dichter zu werden musste er resignieren und begann sich nach der Zeit dort hoch oben über dem Gemüse zurück zu sehnen. So ganz alleine in einer wunderschönen Aufgabe. Nicht den ganzen Tag dieses gequatsche, dass es nur und ausschliesslich gut ist, dicht und schön zu sein. Nein er hatte etwas besseres für sich kennen gelernt und sehnte sich danach zurück. So begann er dem heilen Krug zu kontern: „Die einzige Bestimmung des Kruges kann und darf es nur sein zerbrochen zu werden und dann zur Bewässerung über dem Gemüse zu hängen.“ So ging das hin und her. Eines Tages bekam dann der Töpfer in seiner Werkstatt mit wie diese beiden Krüge so lautstark miteinander stritten. Er kam heraus, stelle sich vor sie beide hin, und machte ihnen BEIDEN lautstark deutlich, das jeder recht ist wie er ist. Das der heile Krug nicht erst zerbrochen werden muss um seine Bedeutung zu finden, und der zerbrochene Krug nicht erst wieder dicht werden muss um an Wert zu haben. ©Frank VornhederDer Text „Die beiden Tonkrüge“ von Pfr. Frank Vornheder ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Kommerzielle Nutzung nicht gestattet – Nachträgliche Bearbeitung nicht gestattet – Keine Weitergabe an Dritte. Weitere Informationen im Internet unter: http://creativecommons.orgUngenehmigte Vervielfältigung und Weitergabe in jeglicher Form ist verboten. Alle Rechte bei Frank Vornheder, 4802 Strengelbach, Schweiz

von: Land der Ruhe

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