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Die Reformatoren: Jan Hus Teil 4

By Chrblocom / 12. Juni 2014

By Ray Wenn man, dass Evangelium verkündigte, musste man immer mit Verfolgung rechnen. Ab wann gab es die Freiheit des Gewissens? Erst gegen Ende des 17 Jahrhunderts wurde es jedem Menschen in Europa durch die Verabschiedung des Act of Toleration (Tolerierungsgesetz) erlaubt, seinem eigenen Gewissen folgend in Freiheit zu predigen, ohne strafrechtliche Verfolgung fürchten zu müssen.
Spione mit Kapuze
In der katholischen Kirche existieren mehrere Grade oder Phasen der Exkommunikation. In ihrer ursprünglichen Form gestattete die Exkommunikation dem Betreffenden noch die Teilnahme an den Teilen des Gottesdienstes, zu denen auch die Nichtgetauften zugelassen waren.
Manchmal wurde die Exkommunikation für einen bestimmten Zeitraum ausgesprochen. In diesem Fall durfte die betreffende Person nicht einmal mehr das Kirchengebäude betreten.
Die schwerste Form der Exkommunikation führte zu einem vollständigen Ausschluss der Person aus dem Schutz der Kirche. Dadurch wurde auch die Stellung des Betroffenen in der Gesellschaft entscheidend in Mitleidenschaft gezogen.
Hus sollte im Laufe seines Lebens alle Phasen der Exkommunikation durchleben.
Die Erste Exkommunikation wurde von Hus ignoriert, sodass er fortfuhr zu predigen und seinen Dienst als Priester zu versehen, als wäre nichts geschehen. Hus wurde in überwältigender Weise unterstützt, sogar Menschen in England setzten sich für ihn ein. Englische Adlige schrieben an König Wenzel und forderten ihn auf, die tschechische Reformatoren weiterhin zu unterstützen. In dieser Zeit steig seine Mitgliederanzahl auf 10.000 Menschen an.
Zbynko der inzwischen die Seiten gewechselt hatte, war verbittert darüber, dass Hus die Oberhand zu gewinnen schien, daher sandte er Spione in die Gottesdienste, die auf Aussagen von Hus lauern sollten, die Zbynko nutzen könnte, um ihn zu verurteilen.
Aber es war schwierig Hus zu überlisten. Er kannte jeden Spion, der sich unter seine Gemeinde mischte. Einige sprach er während der Predigt persönlich an und verspottete sie. Einmal hielt er mitten in einer Predigt inne und rief einem Spion zu, den er erkannt hatte: ” Hey, du da mit der Kapuze, schreib‘ dir diesen Satz auf‘ du Petze, und dann bring‘ das kostbare Papier dorthin”, und deutete in die Richtung, in der er Zbynko vermutete.
Weitere Exkommunikationen
Im Herbst 1410 wurde Hus befohlen, sich in Italien, dafür zu verantworten, dass er den päpstlichen Anordnungen nicht gehorcht hatte. Zbynko wollte die Gunst der Stunde nutzen und versuchte, Hus durch eine weitere Exkommunikation einen Schlag zu versetzen. Diese zweite Exkommunikation wurde auch als ” verschärfte Exkommunikation” bezeichnet. Hus ignorierte auch diese zweite Exkommunikation. Er predigte weiterhin und ging seinen Amtsgeschäften nach. Er besaß in Prag weit mehr Anhänger als Zbynko
König Wenzel und auch Königin Sophie setzten sich für Hus beim Papst ein.
Im Februar 1411 wurde Hus ein drittes Mal exkommuniziert, diesmal von einem angesehnen Kardinal in Italien wegen Nichterscheinens vor dem Papst.
Hus! Ich werde dich persönlich verbrennen
Hus verlieh seiner Empörung über Papst Johannes XXIII. öffentlich Ausdruck, weil dieser Ablassbriefe verkaufen ließ und immer wieder Gerüchte über seinen unsittlichen Lebensstil die Runde machten. Hus beschuldigte ihn als Antichrist, der Mann der Sünde. Einige Demonstranten schlossen sich Hus an verkündeten, dass der Papst der Antichrist sei. Bald begann Blut zu fließen.
Vor den drei Prager Hauptkirchen, in denen die Ablassbriefe verkauft wurden, hatten sich drei Männer Aufgestellt und Protestierten gegen den Verkauf. Sie wurden umgehend verhaftet und ins Gefängnis geworfen.
Als Hus zu Ohren kam, was den Männern geschehen war, begab er sich ins Gefängnis und legte Fürsprache für sie ein. Er bat sogar darum, an ihrer Stelle eingesperrt zu werden, weil er der Meinung war, die drei Männer hätten sich wegen seiner Aussagen gegen Papst Johannes XXIII. zu ihren Handeln hinreißen lassen.
Die Beamten versicherten , dass den drei Männern keine schweren Strafen drohten. Als Hus das Gebäude verlassen hatte, machten sie sich daran, den Befehl des Königs auszuführen- und ließen die drei Männer enthaupten.
Diese Hinrichtung löste einen riesigen Tumult aus. Das tschechische Volk war tief erschüttert und konnte die Nachricht zunächst nicht glauben. Die Leiber der Männer wurden mit allen Ehren in die Bethlehemskapelle getragen, wo Hus eine Messe für Märtyrer für sie zelebrierte.
Nach der Messe gingen die Menschen aufgebracht zum Rathaus und forderten das Blut der Beamten. Die verängstigten Beamten baten den König um Hilfe. Wenzel tobte und brüllte, dass mit allen Aufständischen das Gleiche geschehen würde, selbst wenn es 1.000 Leute wären. Wieder einmal wurde aus einem Fürsprecher und Helfer ein Gegenspieler.
Seine königliche Einnahmequelle war nun ernsthaft gefährdet, daher richtete sich Wenzels Zorn gegen Hus. In einem unbeherrschten Tobsuchtsanfall kam er zu der Auffassung, dass Hus das einzige Hindernis zwischen ihm und dem großen Reichtum sei. Er brüllte: ” Hus, du machst mir ständig Schwierigkeiten. Wenn diejenigen, die es eigentlich tun sollten, sich nicht um dich kümmern, dann werde ich dich persönlich verbrennen.
Auch Königin Sophie war nun nicht mehr in der Lage, Hus zu helfen.
Ich wende mich nicht an dich sondern an Gott
Hus hatte die Unterstützung seiner ehemaligen Freunde und des Königs verloren. Er setzte sich jedoch weiterhin für die Lehren Wycliffes ein und stellte sich gegen den Verkauf der Ablassbriefe.
Während des römischen Konzils 1412-1413 wurden dem zuständigen Kardinal einige Dokumente präsentiert, woraufhin er Hus sofort exkommunizierte. Dies war die vierte Exkommunikation Jan Hus. Der Kardinal verkündete außerdem, dass ganz Prag- und jede andere Stadt, in der Hus sich aufhalten sollte-einem Interdikt unterliegen würde, falls Hus nicht innerhalb 20 Tagen vor dem Konzil erschiene.
Dieses Interdikt würde bedeuten, dass den Gläubigen jeglicher Kontakt mit Hus verboten wäre. Sie dürften ihm weder zu essen noch zu trinken geben, ihn nicht grüßen, nicht mit ihm sprechen, ihm nichts verkaufen, nichts von ihm kaufen, ihm keine Unterkunft gewähren und in keiner Weise mit ihm in Verbindung treten. An jedem Ort, den er aufsuchen würde, müssten alle Gottesdienste umgehend unterbrochen werden und bis drei Tage nach seiner Abreise dürfte kein einziger Gottesdienst abgehalten werden. Sollte er sterben, dürfte er nicht begraben werden; sollte er trotzdem begraben werden , müsse sein Leichnam exhumiert werden.
Hus erschien nicht vor dem Konzil
Prag wurde daher runter ein Interdikt gestellt.
Hus tat nun etwas, das in der katholischen Gesetzgebung nicht vorgesehen war. Seiner Meinung nach war eine weitere Berufung auf den Papst vollkommen sinnlos, daher berief sich Hus auf Gott und Jesus Christus, ” den gerechten Richter, der jeden Menschen unvoreingenommen kennt, schützt, richtet, fördert und belohnt.”
Dies war der endgültige Bruch mit dem Papsttum.

von: Reinhold Yabo

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