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Hunderttausende Arbeitsplätze

By Chrblocom / 25. Januar 2014

Hunderttausende Arbeitsplätze

By De Benny Soso, 100.000e Arbeitsplätze kostet ein flächendeckender Mindestlohn von 8,50 € also? Hat dieser Wirtschaftsweise auch berechnet, was es kostet, den Mindestlohn sein zu lassen? Wenn so viele Arbeitsplätze davon abhängig sind, daß Menschen zu wenig zum Leben bekommen… also 8,50 € x 40 Stunden die Woche (wenn man Glück hat und nicht nur 20 “arbeitet” während der Rest auf ein Überstundenkonto geht, das weder abgebaut noch entlohnt wird) x 4 Wochen im Monat macht, wenn mein Taschenrechner mich nicht täuscht, 1360 € brutto im Monat. Das ist jetzt recht hoch gegriffen, weil Urlaub noch nicht eingerechnet ist, aber sei’s drum. Ne Familie davon zu ernähren wird schwer.
Deutlich davon runter zu gehen führt ziemlich schnell zu ziemlich prekären Situationen. Dann müssen beide Eltern Vollzeit arbeiten, um die Kinder zu ernähren und zu kleiden, was dann wieder begünstigt, daß negative Entwicklungen bei den Kindern übersehen werden, was dazu führt, daß die Schule noch mehr als Erzieher einspringen muß und so weiter.
Wenn die Arbeitsplätze wegfallen, dann sind wir wenigstens einmal krass ausbeuterische Verhältnisse los. Vor ein paar Jahren hab ich zum Beispiel bei ner Fast Food Kette gearbeitet in Stralsund. 4,30 € die Stunde. Mit der Möglichkeit, auf unglaubliche 4,50 € zu kommen, nach einer Weile. Als Student hat mir das nicht so sehr weh getan. Viel brauch ich nicht und die Bücher stehen in der Bibliothek (wenn sie nicht versteckt wurden, aber das ist ein anderes Problem), die muß man nicht kaufen. Ich hatte allerdings Kolleginnen, die zwar Vollzeit arbeiteten aber wohl auch nicht so viel mehr bekamen, die hatten Kinder zu versorgen. Die Burger waren übrigens nicht wirklich billiger als im Westen (zumindest wäre mir das nicht aufgefallen).
Wenn solche Jobs wegfallen, springt halt die Wohlfahrt ein. Muß sie so eh schon, wenn arbeitende Menschen aufstocken. Das ist nämlich die andere Seite. Was haben wir als Staat davon, keinen Mindestlohn zu haben und dafür Unternehmen durch Aufstocker indirekt zu subventionieren (daß da die EU noch nicht gemackert hat wegen einseitiger Wirtschaftsförderung!)?
Von daher würde ich sagen: Laßt die Arbeitsplätze doch wegfallen! Dann hört vielleicht auch das ewige Geunke auf, daß man ja Arbeit finden könne, wenn man nur wolle. Daß man auch davon leben können will wird da ja gerne mal vergessen.
Die CSU scheint Ausnahmen für Rentner zu fordern. Das ist nun wieder so eine Sache. Wieso das denn? Wieso arbeiten Rentner überhaupt? Kriegen die keine Rente? Wenn sie zu niedrig ist, liegt das Problem dann nicht woanders? Ist es wirklich die Lösung, wenn man die Rentner den Jungen die Arbeitsplätze nehmen läßt?
Was ich nicht verstehe ist, wieso immer die Parolen rausgebrüllt werden, ohne daß man sie zu Ende denkt. Das heißt: Ich vermute ja, daß man sie doch zu Ende denkt. Man sagt es halt nicht laut, weil das nicht opportun ist…

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