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Ich denke, also bin ich?

Es ist mindestens interessant, dass die Geburt der Moderne (bzw. der modernen Philosophie) von einem Gedanken eingeleitet wird, der eigentlich das Gegenteil von dem beinhaltet, worum es im christlichen Glauben geht. „Ich denke, also bin ich!“ sagt Descartes und rückt damit den Menschen ins Zentrum aller Welterkenntnis. Und noch mehr: Wenn der Mensch weder Gott noch die Welt beweisen kann, sondern nur sich selbst, dann ist er automatisch auch der Mittelpunkt und Ankerpunkt des Lebens. Statt um Gott, dreht sich fortan alles um ihn. Rein historisch schließt sich daran nicht nur der Humanismus an, sondern auch ein gewisser Machbarkeitswahn, der den Menschen dazu verleitet, über das Leben zu herrschen und dabei alles (auch an Ideologie) zu beseitigen, was ihm, so wie er sich selbst erkennt, im Wege steht.
Aber wie genau war das nochmal bei Descartes? Ich glaube mich daran zu erinnern, dass er es für möglich hielt, hinsichtlich allem, was er zu wissen glaubt, von einem bösen Dämon getäuscht zu werden. Allerdings: Der Dämon kann ihn zwar hinsichtlich allem täuschen, aber er kann ihn nicht dahingehend täuschen, dass er es ist, der sich täuscht. Oder anders gesagt: Wenn er auch an allem zweifelt, dann doch nicht daran, dass er zweifelt. Weil Zweifel aber eine Form des Denkens ist, kommt Descartes zu dem berühmten Schluss: Ich denke, also bin ich.
Nun haben viele kluge Leute viele gute Argumente vorgebracht, warum man das auch anders sehen kann. Ich will an dieser Stelle nur erwähnen, dass laut naturalistisch geprägter Neuropsychologie das Ich nur eine Illusion ist, was insofern an Descartes Grundfesten rüttelt, als dass zwar kein Dämon, aber dafür der Denkapparat einen dahingehend täuscht, dass da überhaupt jemand ist, der sich täuschen lässt.
Die christliche Alternative lautet dagegen gerade nicht, dass man sich seiner selbst gewiss sein kann, sondern, viel bescheidener, dass man seine Hoffnung auf jemand anderes setzen muss, der für die eigene Existenz garantiert. Da alle Menschen aber im Verdacht stehen, sich hinsichtlich ihrer selbst zu täuschen, kann dieser Andere natürlich nur ein höchstes Wesen sein, über dem keine andere Wirklichkeit existiert, die ihn zu täuschen vermag.
Insofern wäre die einzige Gewissheit, die man über die eigene Existenz haben kann, diejenige, die ein höchstes Wesen einem zuspricht. Selbsterkenntnis würde damit nur über den Umweg der Gotteserkenntnis führen. Oder besser gesagt, über den Umweg des Gottvertrauens, denn wie soll ich Gott erkennen, wenn ich noch nicht einmal mich selbst erkennen kann? Wenn aber Gott der einzige „Strohhalm“ ist, der mir bleibt, um mir meiner selbst gewiss zu sein, dann müsste man eigentlich Descartes` Satz „Ich denke, also bin ich.“, bzw. präziser „Ich zweifle, also bin ich.“ ins genaue Gegenteil verkehren und sagen „Ich glaube, also bin ich!“
Oder wie es die Jünger von Jesus formulieren: „Herr, wohin sollst sollen wir gehen, nur du hast Worte des ewigen Leben!“

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von: Felsen Blog

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