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Mediensucht – eine moderne Todsünde?

By Chrblocom / 25. September 2013

Warum heißen Todsünden eigentlich Todsünden? Ich hab keine Ahnung, aber ich vermute mal, weil sie den Tod bringen.

Aus neurowissenschaftlicher Sicht wissen wir heute, dass der Mensch für „gute“ Gefühle (mentale Zustände) geschaffen ist – allen voran für Liebe. Ist Liebe also ein konstruktives Gefühl, weil es die psychische und körperliche Gesundheit fördert und damit Leben spendet, dann haben dagegen Hass, Angst und alle anderen negativen Gefühle eine zerstörerische Wirkung auf Psyche und Körper und führen letztendlich zum Tod.

Da Gefühle die Gedanken prägen und damit den Charakter ausmachen, könnte man analog auch sagen, dass ein positiver Charakter das Leben fördert, während ein negativer Charakter Zerstörung und Tod mit sich bringt. So gesehen heißen Todsünden so, weil sie Ausdruck eines todbringenden Charakterzugs sind.

Wenn man nun fragt, was genau das Heilsame an positiven Gefühlen wie Liebe und das Zerstörerische an negativen Gefühlen wie Hass oder Angst ist, dann würde ich sagen, dass der wesentliche Unterschied darin liegt, dass positive Gefühle einen dazu bringen, sich seiner Umwelt und anderen Menschen zu öffnen, während negative Gefühle dazu führen, dass man sich gegenüber seiner Umwelt und anderen Menschen verschließt. Da ich, um zu leben, aber darauf angewiesen bin, mit meiner Umwelt zu interagieren, ist es genau genommen diese durch negative Gefühle hervorgerufene Isolation, die den Tod bringt. D.h. um zu leben brauche ich auf körperlicher Ebene Sauerstoff und Nahrung und auf psychischer Ebene Liebe und Zuwendung. Wenn ich mich gegenüber Sauerstoff und Nahrung verweigere, muss ich auf kurz (Sauerstoff) oder lang (Nahrung) sterben. Und wenn ich mich gegenüber Liebe und Zuwendung verweigere, dann sterbe ich auch – nur halt innerlich – was im schlimmsten Fall ebenso zum körperlichen Tod führt.

Obwohl nun jeder negative mentale Zustand ein Risiko birgt, mich gegenüber der Umwelt und anderen Menschen zu verschließen, sind es wahrscheinlich drei, von denen die größte Gefahr ausgeht: Hass, Angst und Igoranz. Wenn ich meine Umwelt hasse oder sie mir Angst macht, dann habe ich – wiederum neuropsychologisch ausgedrückt – eine emotional negative Gehirnaktivität. Wenn ich dagegen meiner Umwelt gegenüber ignorant bin, dann hat das eine extrem niedrige Gehirnaktivität zur Folge.

Um jetzt zur Mediensucht zu kommen, ist es genau das, also eine neuronale Passivität, was übermäßiger Medienkonsum stark begünstigt. Und damit meine ich nicht, dass man sich vom Fernseher oder Computer hin und wieder einlullen lässt, sondern damit meine ich im Einklang mit Manfred Spitzer, dass sich auf Dauer die neuronale Struktur so verändern kann, dass geistige Trägheit zu einem chronischen Zustand wird. Wer aber geistig träge ist, der muss zwangsläufig ignorant gegenüber seiner Umwelt sein, weil er überhaupt nicht die Aufmerksamkeit aufbringt, sich auf irgendetwas zu konzentrieren. Wenn ich mich aber auf nichts konzentrieren kann, dann kann ich mich auch für nichts begeistern und auch keine positiven Gefühle (Liebe) für etwas entwickeln, was mich auf lange Sicht emotional austrocknen lässt damit mein Leben zerstört.

So gesehen würde wenigstens ich mich dafür aussprechen, Mediensucht – wie auch jede andere Sucht – als eine moderne Facette der Todsünde Trägheit anzuerkennen.

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From: Felsen Blog

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