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Schneller, schneller durch den Busch

By noreply@blogger.com (Pfr. Frank Vornheder) „Schneller, schneller, nur nicht schlapp machen. Vor Anbruch der Dunkelheit müssen wir im nächsten Dorf sein.“ So oder ähnlich muss es geklungen haben wie die Überlieferung weiss, als ein europäischer Missionar im vorigen Jahrhundert seine afrikanischen Träger durch den Busch gehetzt hat. Er war so davon beseelt, ja fast schon besessen, möglichst viele Dörfer mit dem Evangelium zu erreichen, dass er seine jungen kräftigen Gepäck-Träger beständig zur Eile antrieb. Eines Tages wurde es diesen Trägern aber zu viel. Dieses ständig in Eile, ständig unterwegs, nirgendwo wirklich ankommen. An eine wirklich schönen Ort, an einem kleinen See setzten sie sich an das Wasser strecken ihre Beine aus und verweigerten das weitergehen. Der europäische Missionar verstand die Welt nicht mehr. So kräftige junge Männer und sie machen schon nach einigen Tagen schlapp ? Er war ratlos denn sie sahen doch eigentlich noch recht vital aus. Was war denn nur los ? Er verstand nichts – bis seine Träger es ihm erklären: Wir waren zu schnell ! Unser Körper sind hier, aber unsere Seele ist nicht nachgekommen. Und nun müssen wir warten bis unsere Seele wieder hinterher kommt. Und so blieben sie ein paar Tage an dem Wasser bis ihre Seele wieder nachgekommen war. Kennen Sie so etwas auch? Das Gefühl, dass das Leben ein so grosses Tempo aufgenommen hat, das die Seele nicht mehr nachkommt ? Dieses Gefühl sich auf dem Weg irgendwo selber verloren zu haben ? Wie kann es dazu kommen ? Es liegt daran, dass die Seele ein anderes Zeitgefüge hat als der Körper. Es ist eine andere Art von Zeitgeschehen. Unser Körper unterliegt der Kronos-Zeit. Das ist die reale Zeit dieser Welt, in der wir leben. Kronos bedeutet der Tackt der Atomzeit. Sekunde für Sekunde ein unbarmherziger Taktgeber unseres Alltags ausgewiesen in Jahren, Tagen, Stunden, Sekunden und gemessen in Kronografen. Jedoch unterliegt unsere Seele nicht diesem Takt. Sie hat ein völlig anderes Zeitgefüge und erleben. Das hat damit zu tun, das sie ewig ist und damit weder Tod noch Alterung erlebt. Darum reden wir bei der Seele von der Kairos-Zeit. Während unser Körper der Kronos-Zeit unterliegt hat diese für die Seele in uns keine Relevanz. Die SeelenZeit, die Kairos-Zeit ist die Zeit Gottes. Es ist die Zeit, in der der Himmel „tickt“. In der Kairos-Zeit kann die Bibel sagen, dass die Welt in sechs Tagen erschaffen wurde, denn es war ja nicht in Kronos Zeit. In der Kairos-Zeit kann Jesus sagen: ich komme bald. Und es dauert schon recht lange. Denn „bald“ in Kairos-Zeit kann durchaus auch 2000 Jahre in Kronos-Zeit bedeuten. Diese Zeit der unsichtbaren Welt, die Zeit des Himmels, diese Kairos-Zeit ist nicht mit Instrumenten zu messen. Wir spüren sie lediglich in den Reaktionen unserer Seele. Dann wenn unsere Seele im Alltag dem Kronos-Rhythmus nicht mehr standhält. Schon der Physiker Albert Einstein hatte aus seiner Sicht als Christ eine andere Einstellung zu Zeit als seine Kollegen. So schrieb er: Für uns „gläubigen“ Physiker hat die Scheidung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nur die Bedeutung einer wenn auch hartnäckigen Illusion. Dieses war sein Ausdruck der Unterscheidung zwischen Kairos-Zeit und Kronos-Zeit. Zurück zum Anfang, zum Entstehen der Kronos-Zeit. Als der Mensch noch im Paradies lebte war ausschliesslich Kairos-Zeit, Gotteszeit. Es gab dort keine Stunden, Minuten, Sekunden – sondern nur jetzt. So gab es auch keine Alterung, kein Sterben, denn dort wo es keine Kronos-Zeit hat kann auch Alterung sein. Erst als der Sündenfall geschah und der Mensch das Paradies verlassen musste, bekam er Fleisch angetan (Inkarnation), und unterlag ab da dem Kronos. Er alterte, und starb irgendwann wenn das Fleisch seine Funktion nicht mehr erfüllte. Diesem Fluch, der gefallenen Schöpfung, unterliegen wir heute alle. Die Kronos-Zeit und ihre Uhren ticken unbarmherzig unserem Ende entgegen und treibt uns damit zu immer neuen Höchstleistungen. Dabei verlieren wir auf dem Weg unsere Seele. Wir nehmen ihre Bedürfnisse nicht mehr wahr. Schneller, schneller, besser, besser, mehr, mehr …. und dabei verlieren wir uns selber. Verlieren die Eigenwahrnehmung – verlieren unterwegs unsere Seele und lassen sie nicht mehr nachkommen. Jesus erklärt dies den Menschen so: Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Das Feld eines reichen Mannes hatte viel Frucht getragen. Und er überlegte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun, da ich keinen Platz habe, wo ich meine Früchte aufspeichern kann? Und er sprach: Das will ich tun: Ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will darin alles, was mir gewachsen ist, und meine Güter aufspeichern und will zu meiner Seele sagen: Seele, du hast einen großen Vorrat auf viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und sei guten Mutes! Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! In dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird gehören, was du bereitet hast? So geht es dem, der für sich selbst Schätze sammelt und nicht reich ist für Gott! (Lukas 12:16-21 SCH2000) Jesus geht genau auf die Problematik ein: Ein Mann hat Zeit seines Lebens gekrampft um so viel Schatz zusammen zu tragen, dass er einen Moment erreicht an dem er davon leben kann und dieses Zustand geniessen möchte. Aber dann, als er endlich diesen Moment erreicht und theoretisch seine Seele nachkommen könnte, weil er nun genug Ressourcen hat um sich dieses erlauben zu können, verstirbt er. Eine bittere Geschichte. Leider geht es in unseren Tagen sehr vielen Männern ebenso. Das, nachdem sie endlich am Ende ihres Alltagslebens erreicht haben und in Pension gehen können, ihr Fleisch schlapp und sie versterben. Darum sagt jesus an anderer Stelle: Denn was hat ein Mensch davon, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber seine Seele verliert? (Markus 8:36 NBH) Genau das steckt hinter dieser Aussage Jesu: Im Kronos die Welt gewinnen, durch immer schneller, schneller, mehr, mehr …. und im Kairos seine Seele unterwegs verlieren. Eine Krankenschwester im Sterbehospitz schrieb darüber einmal: Am Ende des Lebens hat noch kein Mann darüber geklagt zuwenig gearbeitet zu haben. Aber die meisten darüber zuwenig gelebt zu haben. Darum lebe heute. Lass deine Seele nachkommen um innerlich wieder in einen Einklang zu kommen. Alle Beiträge, auch Ältere, erhalten Sie unter: www.land-der-ruhe.blogspot.chDieser Beitrag von Pfr. Frank Vornheder ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz. Über diese Lizenz hinausgehende Erlaubnisse können Sie unter http://land-der-ruhe.blogspot.ch erhalten.

von: Land der Ruhe

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