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VaB: Besuch im Hain von Mamre – warten und fragen, Predigt zu Gen 18, 1-15

By Chrblocom / 16. Oktober 2013

By Nordlicht

Diese Predigt ist eine Weiterentwicklung dieses Textes, den ich während einer Schweigewoche im Kloster geschrieben habe.

Und der HERR erschien ihm im Hain Mamre, während er an der Tür seines Zeltes saß, als der Tag am heißesten war. Und als er seine Augen aufhob und sah, siehe, da standen drei Männer vor ihm. Und als er sie sah, lief er ihnen entgegen von der Tür seines Zeltes und neigte sich zur Erde und sprach: Herr, hab ich Gnade gefunden vor deinen Augen, so geh nicht an deinem Knecht vorüber. Man soll euch ein wenig Wasser bringen, eure Füße zu waschen, und lasst euch nieder unter dem Baum. Und ich will euch einen Bissen Brot bringen, dass ihr euer Herz labt; danach mögt ihr weiterziehen. Denn darum seid ihr bei eurem Knecht vorübergekommen. Sie sprachen: Tu, wie du gesagt hast.

Abraham eilte in das Zelt zu Sara und sprach: Eile und menge drei Maß feinstes Mehl, knete und backe Kuchen.
Er aber lief zu den Rindern und holte ein zartes, gutes Kalb und gab’s dem Knechte; der eilte und bereitete es zu. Und er trug Butter und Milch auf und von dem Kalbe, das er zubereitet hatte, und setzte es ihnen vor und blieb stehen vor ihnen unter dem Baum und sie aßen.
Da sprachen sie zu ihm: Wo ist Sara, deine Frau? Er antwortete: Drinnen im Zelt.
Da sprach er: Ich will wieder zu dir kommen übers Jahr; siehe, dann soll Sara, deine Frau, einen Sohn haben. Das hörte Sara hinter ihm, hinter der Tür des Zeltes.
Und sie waren beide, Abraham und Sara, alt und hochbetagt, sodass es Sara nicht mehr ging nach der Frauen Weise.
Darum lachte sie bei sich selbst und sprach: Nun ich alt bin, soll ich noch der Liebe pflegen, und mein Herr ist auch alt!
Da sprach der HERR zu Abraham: Warum lacht Sara und spricht: Meinst du, dass es wahr sei, dass ich noch gebären werde, die ich doch alt bin?
Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein? Um diese Zeit will ich wieder zu dir kommen übers Jahr; dann soll Sara einen Sohn haben.
Da leugnete Sara und sprach: Ich habe nicht gelacht -, denn sie fürchtete sich. Aber er sprach: Es ist nicht so, du hast gelacht. (Gen 18, 1-15)
Gott erscheint Abraham im Hain von Mamre. Der Hain ist schon einmal Ort der Beziehung zwischen Gott und Abraham gewesen. Nach der Trennung von Abraham und Lot wird folgendes geschildert:
Als nun Lot sich von Abram getrennt hatte, sprach der HERR zu Abram: Hebe deine Augen auf und sieh von der Stätte aus, wo du wohnst, nach Norden, nach Süden, nach Osten und nach Westen. Denn all das Land, das du siehst, will ich dir und deinen Nachkommen geben für alle Zeit und will deine Nachkommen machen wie den Staub auf Erden. Kann ein Mensch den Staub auf Erden zählen, der wird auch deine Nachkommen zählen. Darum mach dich auf und durchzieh das Land in die Länge und Breite, denn dir will ich’s geben. Und Abram zog weiter mit seinem Zelt und kam und wohnte im Hain Mamre, der bei Hebron ist, und baute dort dem HERRN einen Altar. (Gen 13, 14-18)
Abraham bleibt im Hain von Mamre und die Bindung an den Ort und dessen Besitzer wird enger. Als Lot entführt wird, überbringt man ihm die Nachricht und er wird bezeichnet als “der Hebräer, der im Hain Mamres wohnt”. Zur Befreiung Lots eilt er mit 318 eigenen Knechten sowie der Unterstützung durch Mamre und dessen Brüdern Aner und Eschkol, mit denen er einen Bund geschlossen hat. (Gen 14, 1-24). Auf Betreiben Sarahs hin zeugt Abraham mit Haggar seinen Sohn Ismael (Gen 16, 1-16) und hat nun auch einen Erben. Die Situation Abrahams im Hain Mamre wird also wie folgt dargestellt: Er ist vor Ort bestens integriert durch das Bündnis mit Mamre, Aner und Eschkol. Einen Altar für den HERRN gibt es auch, auch von religiöser Seite ist also kein Stress zu erwarten. Die vielen Knechte, mit denen er zur Befreiung Lots geeilt ist, lassen auf einigen Wohlstand schließen und einen Erben hat er auch. Ein wenig wirkt das wie in der Werbung: Mein Haus, mein Auto, meine Frau. Alles ist geregelt.
Doch sehen wir genauer hin, erkennen wir: Die Verheißung, die Gott ihm gegeben hat, ist noch nicht erfüllt. Vor seiner Ankunft im Hain von Mamre wurde ihm doch gesagt: Denn all das Land, das du siehst, will ich dir und deinen nachkommen geben für alle Zeit und will deine Nachkommen machen wie den Staub auf Erden”. Gut, Abraham hat einen Platz für sein Zelt gefunden. Doch das Land gehört noch immer Mamre, es ist nicht Abrahams Land. Er ist dort Gast, zwar gerne gesehen, doch immer noch Gast. Und davon, dass seine Nachkommen zahlreich wie der Staub sind, kann bei einem Sohn auch noch nicht die Rede sein.
Der Hain von Mamre ist eine Zwischenstation. Er ist nicht Ort der Erfüllung der Verheißung Gottes, sondern Ort des Wartens auf diese Erfüllung. Es ist kein tatenloses Warten, wie z.B. die Befreiung Lots zeigt. Doch Abraham ist noch nicht angekommen, sondern muss weiter warten, dass sich seine Zukunft erfüllt.
Es ist ein Leben zwischen jetzt schon und noch nicht. Jetzt schon an einem Ort, der Sicherheit bietet – noch nicht ganz am Ziel. Jetzt schon viele spannende Erfahrungen mit Gott gemacht – noch nicht alles von Gott erfahren. Ich glaube, die Erfahrung des Wartens, des jetzt schon – noch nicht, ist es, die uns mit Abraham verbindet. Auch wir warten – und sind dabei nicht untätig. Denn wir erwarten und hoffen, dass wir in unserem Leben immer wieder ein Stück vorankommen. Wir machen jetzt schon erste Erfahrungen mit Gott – oder hoffen doch zumindest darauf. In Gemeinden, im Gebet, während der eigenen Bibellektüre, in Gesprächen. Wir können aber noch nicht alles von Gott erfahren, dazu ist die Zeit noch nicht reif. Wir wohnen in unserem eigenen Hain von Mamre – voller Erwartungen und Hoffnungen.

Im Hain von Mamre erscheint Gott Abraham. Er tritt in Gestalt der drei Männer in die Situation des Wartens hinein. Nachdem Abraham Hier zum Blog des Autors

From: De Benny

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