HURRAAA!!!! WIR SIND UMGEZOGEN!!!! * BESUCHE UNSERE NEUE SEITE! »

Von Gott reden in der Postmoderne

By Chrblocom / 25. September 2013

Noch 1999 hat Dietrich Schwanitz geschrieben, die Gottesvorstellung abendländischer Kulturen sei so stark von dem Gott der Bibel geprägt, dass immer dann, wenn die Leute von Gott reden, sie IHN meinen und nicht Zeus. Tatsächlich glaube ich, dass man das im Mittelalter, bzw. bis ins 16.Jahrhundert hinein, noch so hätte formulieren können. Seitdem Gott aber zu einer interdisziplinären Angelegenheit geworden ist – man sich also nicht mehr nur ausschließlich in der Theologie Gedanken über Gott macht, sondern z.B. auch in der allgemeinen Philosophie, Natur- und Kulturwissenschaft – ist es aufgrund der unterschiedlichen Strömungen gar nicht mehr so einfach, von dem einen Gott zu reden. Erschwerend kommt hinzu, dass in einer pluralistischen Gesellschaft jeder selbst für sein Gottesbild verantwortlich zu sein scheint, welches er sich aus dem reichhaltigen Angebot unterschiedlicher Ideologien zusammenbastelt – und dies idealtypisch zwar nach bestem Wissen und Gewissen, aber in der Praxis leider nur so, wie es ihm gerade am besten gefällt.

Unter diesen Voraussetzungen kann man den Begriff „Gott“ eigentlich nur noch auf den gemeinsamen Nenner bringen, dass er irgendwie transzendent ist – und selbst diese allgemeine Definition würde – je nach Blickwinkel – von Seiten des Pantheismus zurückgewiesen werden. Aber den Pantheismus einmal beiseite gelassen – würde jeder unter Gott ein irgendwie transzendentes Wesen verstehen, dann wäre dies in seiner Abstraktion zwar ein ziemlich unnützer Gottesbegriff, aber wenigstens gebe es keinerlei Verständnisprobleme. Denn diese treten erst auf, wenn zwar jeder den Begriff „Gott“ verwendet, aber alle darunter etwas anderes verstehen. So wie in meinem letzten Beitrag: Wenn ich davon rede, dass Gott Licht ist, dann meine ich damit, dass der Gott der Bibel Licht ist. Der Unterschied ist gewaltig, denn wenn ich von einer abstrakten Gottesvorstellung ausgehe, dann sind, weil Gott nicht näher definiert ist, Gott und Licht zwei austauschbare Begriffe. Wenn ich dagegen sage, dass der Gott der Bibel Licht ist, dann wird die Gottesvorstellung über die Bibel definiert und Licht ist nur ein Aspekt Gottes, den man in diesem Fall besonders betont.

Reden aber alle in einer abstrakten Weise von Gott und haben doch eine konkrete Vorstellung im Kopf, dann ist das so, als würden alle von einem Reifen reden, aber der eine würde dabei an ein Auto denken und der andere an ein Fahrrad. Um solchen Verständnisproblemen aus dem Weg zu gehen, ist es aus konstruktivistischer Sicht dringend notwendig, in einen Dialog zu treten, um die unterschiedlichen Vorstellungen abzugleichen und so eine gemeinsame Verständnisebene zu generieren. Vielleicht ist es gerade für Christen aber auch an der Zeit, ihren Gott stärker beim Namen zu nennen und von Jahwe – also dem „Ich bin für dich“ – zu reden, der in Jesus Fleisch geworden.

Kommentare

From: Felsen Blog

About the author

Chrblocom

Click here to add a comment

Leave a comment: