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Wie man (nicht) in die Fundamentalismus Falle tappt

By Chrblocom / 30. März 2014

Eigentlich mag ich das Wort Fundamentalismus, geht es doch im Wortsinn darum, zu den Fundamenten der eigenen Überzeugung zurückzukehren. Da man unter Fundamentalismus aber heutzutage dummerweise mehr versteht, die Fundamente anderer wegzubomben, muss man natürlich vorsichtig sein, was man sagt.
Mit geht es an dieser Stelle aber gar nicht um politisch-religiös motivierten Fundamentalismus, sondern eher um die Schwierigkeit, in dem, was man glaubt, nicht auf eine ungesunde Weise abzudriften. Wenn das aber das Merkmal von Fundamentalismus ist, auf seine eigentlich guten Fundamente eine kranke Weltanschauung draufzusetzen, dann dürfte man eigentlich nicht von Fundamentalismus, sondern eher von Antifundamentalismus reden.
Aber das nur am Rande, worauf ich hinaus will, ist ja, wie man das Abdriften vermeiden kann. Und das hat meiner Meinung nach viel mit dem Unterschied zwischen feststellendem Wissen und bewegendem Wissen zu tun. Feststellendes Wissen wäre dabei z.B., dass Wasser aus Sauerstoff- und Wasserstoffmolekülen besteht. Hat man dies einmal festgestellt, setzt dieses Wissen eigentlich nichts Neues mehr in Gang, außer vielleicht weitere Überlegungen, die noch tiefer gehen und z.B. danach fragen, was denn eigentlich Moleküle sind. Bewegendes Wissen wäre dagegen, dass Wasser eine trinkbare Flüssigkeit ist. Hier bleibt es nicht bei der reinen Feststellung, sondern dieses Wissen setzt ganz praktische und persönliche Schlussfolgerungen in Gang – und zwar in diesem Fall umso mehr, je durstiger man ist.
Beide Wissensarten hängen natürlich eng miteinander zusammen. Wie eng, wird vielleicht an einem Fahrrad deutlich. Denn beim feststellendem Wissen geht es im wahrsten Sinne des Wortes darum, etwas festzustellen, also z.B. bei einem Fahrrad die Schrauben. Im Gegensatz dazu würde es beim bewegenden Wissen darum gehen, das Fahrrad zum Rollen zu bringen. Wenn sich allerdings nun herausstellt, das die Schrauben nicht richtig festgezogen sind, dann rollen bei Räder möglicherweise irgendwo hin, nur nicht – und das sehr zum Schaden des Fahrenden – in die gleiche Richtung.
Übertragen könnte man insofern ganz allgemein sagen, das feststellendes Wissen dazu da ist, die Richtung einer Ideologie festzulegen, während bewegendes Wissen die Ideologie in die Praxis umsetzt. Vernachlässigt man eine der beiden Wissensarten, ist die Ideologie entweder nicht zielführend oder es gibt einen ideologischen Unfall.
Ein Beispiel, wo beide Wissensarten hervorragend zusammengearbeitet haben, wäre z.B. der Tod und die Auferstehung von Jesus. D.h. wäre dieses Ereignis nicht davor von Propheten und Schriftgelehrten über Jahrhunderte hinweg gründlich vorbereitet worden und hätte die Jünger von Jesus es anschließend nicht intensiv nachgearbeitet, indem sie die Prophetien auf Jesus übertragen haben, wäre das Ereignis wahrscheinlich gründlich missverstanden worden. Da aber nicht alle Tage jemand von den Toten aufersteht und das Wissen darüber die Menschen daher extrem bewegt hätte, wäre der Einfluss auf die Geschichte insofern fatal gewesen, als dass wir heute vielleicht an Jesus, den Zauberer statt an Jesus, den Erlöser glauben würden.
Warum aber ein 10jähriges Mädchen, obwohl sie noch gar nicht so viel von der Welt weiß, trotzdem daran glauben kann, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, hat wenig damit zu tun, dass sie die historische Aktenlage kennt, sondern vielmehr damit, dass sie dieses Ereignis auf sich bezieht und daher zutiefst gerührt ist. D.h. denkt man an das Beispiel mit dem Wasser zurück, dann bewegt Wissen deshalb, weil es im Menschen ein Bedürfnis anspricht. Dementsprechend müsste dasjenige Wissen, welches das tiefste Bedürfnis im Menschen anspricht, ihn auch am stärksten berühren. Wenn das tiefste menschliche Bedürfnis aber das nach Liebe ist und Jesus aus Liebe für die Menschen gestorben (und auferstanden) ist, dann ist es nicht verwunderlich, dass dieses Ereignis seit 2000 Jahren alle Menschen aller Bildungsschichten von 0-99 gleichermaßen stark berührt.

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von: Felsen Blog

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